Die erste kleine Workation meines Lebens

von | Jan 1, 2023 | Rückblicke, Selbstständigkeit, Über Lina, Virtuelle Assistenz

Im Spätsommer 2022 wurde ein lang gehegter kleiner Traum für mich wahr: Ich würde das Reisen und das Arbeiten miteinander verbinden. Die erste Workation (= Working + Vacation) meines Lebens stand kurz bevor.

Die Workation war relativ spontan geplant. Urlaub stand vor der Tür und mein Mann und ich wussten nicht so richtig, was wir da machen sollten – außer nicht arbeiten. Am liebsten wollten wir nach Südfrankreich fahren. Aber so eine weite Fahrt mit Zwischenstopps für insgesamt zehn Tage Urlaub? Lohnt sich nicht wirklich.

Da hatten wir die geniale Idee: Warum hängen wir nicht einfach noch zwei Wochen an, in denen wir arbeiten? Mein Mann ist in einem Angestelltenverhältnis und hat das große Glück, dass er einige Wochen im Jahr aus dem Ausland arbeiten darf.

Gesagt, getan!

Passende Airbnbs mit zwei Arbeitsplätzen zu finden, war gar nicht so einfach, aber nicht unmöglich. Drei Wochen später waren die Koffer gepackt und es ging los! Provence, wir kommen!

Erst einmal entspannen – 10 Tage Entschleunigung auf dem Land

Zuerst einmal stand Urlaub auf dem Plan. Wir hatten eine wunderschöne kleine Ferienwohnung in Valensole. Das Örtchen liegt in Mitten von Lavendelfeldern und Olivenhainen. Es war der ideale Ausgangspunkt für Wanderungen und entspannte Gassirunden.

Für die zehn Tage Urlaub hatte ich im Vorfeld auch eine Social-Media-Pause geplant. Und hätte ich sie nicht geplant, ich hätte sie nach kurzer Zeit wahrscheinlich ganz automatisch eingelegt, weil wir dort wunderbar abschalten konnten. Absolute Entschleunigung!

Urlaub in Valensole in der Provence

Es war eine wunderschöne, entspannte Zeit, in der wir uns hervorragend erholt und neue Kraft und Motivation für die Arbeit gefunden haben.

Workation in Sanary-sur-Mer und in L’Isle-sur-la-Sorgue

Mit der Arbeit starteten wir wieder Anfang Oktober in Sanary-sur-Mer, das direkt am Meer an der Côte d’Azur liegt. Das Meer war nur zwei Minuten zu Fuß von unserem Appartement entfernt. Jeder Tag startete also mit einer Gassirunde am Strand. So habe ich noch nie Arbeitstage begonnen 😃

Workation in Sanary-sur-Mer. Bruno war natürlich auch mit von der Partie 🐶

Es war total schön, in der Mittagspause vor ans Meer zu spazieren und den Wellen beim Kommen und Gehen zuzuschauen oder über den riesigen provenzalischen Markt, der zweimal in der Woche stattfindet, zu bummeln und Paella zu essen.

Die zweite Woche der Workation verbrachten wir in L’Isle-sur-la-Sorgue. Das ist ein kleines – zugegeben auch touristisches – Städtchen, das am Fluss Sorgue liegt und mit zahlreichen Wasserrädern bestückt ist.

Unsere Wohnung lag mitten im Zentrum. So gingen wir des Öfteren mal schnell runter ins Grand Café de la Sorgue, um einen Kaffee zu schlürfen und schlemmten uns in den Mittagspausen durch die köstlichen Menus du midi der zahlreichen umliegenden Restaurants.

Workation in L’Isle-sur-la-Sorgue – mit einem petit café in der pause midi

An beiden Stationen konnten wir auch die Freizeit genießen. Wir erkundeten beide Städte sowie die umliegende Umgebung und machten auch hier die ein oder andere Wanderung.

Es war eine tolle Erfahrung und eine wunderschöne Zeit und ich möchte das nächstes Jahr sehr gerne wiederholen.

Meine Sorgen waren unbegründet

Bevor wir die Reise angetreten sind, habe ich mir auch ein paar Gedanken gemacht, wie das wohl so werden wird. Ich hatte ein bisschen Respekt vor diesem Abenteuer. Ich hatte keine Ahnung, wie gut ich mich an einem fremden Schreibtisch in fremder Umgebung konzentrieren konnte. Wenn noch dazu draußen vor der Tür mein Lieblingsland auf mich wartet. Ich wollte in den zwei Wochen voll arbeiten, denn ich hatte Kundentermine und Deadlines zu erfüllen. Da machte ich mir ein bisschen Gedanken, dass ich das nicht gut hinkriegen würde und mich vielleicht jeden Tag quälen müsste.

Aber diese Sorgen waren völlig unbegründet. Ja, es gab viele Momente, da wäre ich lieber noch ein halbes Stündchen länger im Café sitzen geblieben oder hätte eine ausgedehntere Wanderung unternommen. Aber es war ja von Anfang an klar, dass diese zwei Wochen kein Urlaub sind, sondern Arbeiten angesagt ist. Das Frankreich außenherum habe ich sozusagen als den Bonus on top empfunden. Und bei meinem Verantwortungsbewusstsein, hätte mir von Anfang an völlig klar sein können, dass ich ganz selbstverständlich all meinen Pflichten nachkommen würde 😅

Meine drei Learnings für die nächste Workation

Neben vielen großartigen Erinnerungen habe ich mir auch drei Learnings aus den ersten zwei Wochen Workation meines Lebens mitgenommen:

  1. Organisation ist alles: Um auch von dem Ort und der Umgebung profitieren zu können, in dem man ist, sollte man sich gut organisieren. Mein Mann und ich hätten unsere Kalender besser abstimmen müssen und vorab gemeinsam die Zeiten festlegen, in denen wir arbeiten und in denen wir etwas gemeinsam unternehmen. Wir haben einfach alles so auf uns zukommen lassen und jeder hat seine Arbeitstermine so für sich gelegt, wie er es immer macht. Da müssen wir uns das nächste Mal auf jeden Fall besser abstimmen.
  2. Entweder richtig ländlich oder mitten in der Stadt: Die Wohnung in Sanary-sur-mer war zwar zentral gelegen, aber es waren zu Fuß doch so zehn Minuten bis man da war, wo auch was geboten war. Da geht man nicht mal schnell zwischendrin los, um ein in Kaffee getunktes Croissant zu essen – also ich mache das nicht, das ist mir dann doch zu zeitaufwändig.
    In der zweiten Station waren wir mitten in der Fußgängerzone und es waren bestimmt mindestens 5 Cafés/Restaurants direkt vor der Haustüre. Da konnten wir das kulinarische Frankreich viel besser genießen und dieses Workation-Flair, so wie wir es uns vorgestellt hatten, voll auskosten.

    Was ich mir auch gut vorstellen kann, ist eine schnuckelige Ferien- bzw. Arbeitswohnung mitten auf dem Land. Da hast du zwar keine Läden direkt vor der Nase, aber dafür die inspirierende Ruhe der Natur. Da arbeitet es sich bestimmt auch ganz wunderbar.
  3. Nicht so viele Standortwechsel: Wir haben den Urlaub und die zwei Wochen Workation an drei verschiedenen Orten verbracht. Das war einerseits sehr schön, weil wir dadurch viel gesehen haben. Andererseits waren die Ortswechsel auch recht aufwändig. Denn das war jedes Mal mit aufräumen, Koffer packen, Auto packen, Auto fahren, Auto wieder auspacken, Koffer wieder auspacken und wieder neu einleben und neu orientieren verbunden. Wir haben unterschätzt, wie viel Zeit dabei draufgeht und wie sehr das auch mental Energie kostet. Das nächste Mal bleiben wir lieber an einem Ort und nutzen die Zeit und Energie lieber für einen schönen Ausflug.

Nächstes Jahr bitte noch einmal!

Ich habe immer vom längeren Reisen geträumt. Ja, ich weiß, dreieinhalb Wochen sind nicht wirklich lange, aber als ich noch angestellt war, was schon das unvorstellbar. Mehr als zwei Wochen waren da selten drin und dass man währenddessen seiner Arbeit nachging, war völlig außerhalb des Horizonts.

Deshalb empfinde ich diese erste Mini-Workation meines Lebens als einen kleinen Traum, der wahr geworden ist und den ich unbedingt wiederholen möchte. Und wer weiß, vielleicht werden ja irgendwann einmal mehrmonatige Reisen daraus…

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2 Kommentare

  1. Liebe Lina,
    das klingt traumhaft und macht mir gleich Lust darauf, für 2023 auch die eine oder andere Workation zu planen! Danke für deine 3 Learnings – die beziehe ich in meine Planung mit ein!
    Liebe Grüße
    Katharina

    Antworten
    • Liebe Katharina,
      danke schön! Es war auch wirklich toll 🙂 Ich bin sehr gespannt, wo es dich hinverschlägt und welche Erfahrungen du machen wirst.
      Liebe Grüße, Lina

      Antworten

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